Während der letzten Wochen hörte ich eher sporadisch über diverse Kanäle von einem neuartigen Spiel namens Munzee. Ohne mich näher darüber zu informieren dachte ich zuerst, dass es sich um eine Erweiterung des Geocachings, wie zum Beispiel dem Chirp-Sender, handelt. Beim Nachhören der angestauten Podcasts auf meinem PC wurde ich dann im Detail über dieses, komplett von Geocaching/Groundspeak gelöste, Spiel aufgeklärt. Es lässt sich nicht bestreiten, dass dennoch einige Parallelen vorhanden sind. Mein Interesse war somit schnell geweckt.
Das Prinzip ist dem Geocaching sehr ähnlich. Ohne in diesem Beitrag detailliert auf die Guidelines einzugehen, sei es wie folgt zu erklären: Auf einer Plattform im Internet werden Koordinaten an registrierte User verteilt, die physisch einen Ort aufsuchen und in diesem Fall keinen Cache, sondern einen QR- oder Zahlencode suchen müssen. Das Einscannen bzw. Eingeben des selbigen in Verbindung mit den vom Smartphone gemessenen Koordinaten ermächtigt einem zum Log. Für das Suchen, Verstecken und das Finden (durch andere Sucher) des eigenen Munzees gibt es Punkte. Ähnlich wie für Check-Inns, Mayorships etc. bei Foursquare.
Prompt war ein Munzee-Account erstellt, die App (für iOS und Android verfügbar) geladen und die Umgebung gecheckt. – NEGATIV
"Ok, versteckst du mal einen." Eigentlich nicht das, was ein Newbie machen sollte, aber aufgrund diverser Geocachingerfahrungen traute ich es mir zu. Die Vorbereitungen waren super-easy. Über die Funktion "Create a Munzee" kann man in 2 Feldern den Munzee-Namen und eine kurze Beschreibung anlegen. Schon steht im Bereich der "Undeployed Munzees" ein Verweis auf die Grafik des QR-Codes und einer Kurzanleitung im gleichen Format/Layout zur Verfügung.Ausdrucken -> Fertig.
Da es sich um den ersten Munzee in Kiel handelt, wählte ich eine repräsentative Location und deponierte ihn dort. Via App eingescannt und mit den Live-Koordinaten aktiviert. Das war einfach.
Das Suchen gestaltet sich ähnlich einfach: QR-Code am Erlebnisraum suchen, einscannen fertig.
Meine Meinung:
Nachdem ich mich nun etwas intensiver mit diesem Spiel (theoretisch) befasst und bereits einen Munzee versteckt habe, betrachte ich es in dieser Form absolut nicht als Ersatz oder gar Konkurrenz für das Geocaching. Das soll es auch nicht sein. Sicherlich kann auch hier das Suchvergnügen durch knifflige Verstecke und tolle Locations gesteigert werden, aber die Vielfalt stößt gewiss schnell an ihre Grenzen,
In meinen Augen ist das die ideale Alternative für jene Menschen (Smartphone-Junkies), die bislang im vorderen Bereich der TOP25 der iPhone/Android-Apps ein Programm fanden, das Outdoorerlebnisse mit Technikkram verbindet ->Geocaching-App.
Klar, diese App/das Spiel klingt interessant und sollte ausprobiert werden, aber die App ist nicht ganz preiswert. Jeder sucht erst einmal nach einer Alternative und stößt auch bei Eingabe des Suchbegriffs "Geocaching" auf die kostenlose Munzee-App (so ist es im App-Store [iOS]), die ebenso interessant beschrieben ist. -> Runterladen, ausprobieren. Kostet ja nichts.
Nun haben wir jene, die uns durch Leerlogs und im zweiten Step durch "Drecksdosen" das Spiel vermiesen (es sind natürlich nicht alle so nachlässig, aber leider der Großteil der Smart-Phone-Cacher) von vornherein umgelenkt. Beim Munzee kann niemand Schaden anrichten, es muss lediglich der Code eingescannt werden, um Punkte zu erhalten. Es ist kein Textlog oder ähnliches notwendig. Auch beim Verstecken muss lediglich ein QR-Code mit Mini-Listing irgendwo mehr oder minder unauffällig hingeklebt bzw. befestigt werden. Das kann jeder. Es bestehen keine hohen Ansprüche an Versteck oder Location.
Dieses ist in meinen Augen ein Idealer (unbewusster) Einstieg ins Geocaching. Wer ernsthaft Munzee betreibt und Spaß daran findet, dem wird es nach gewisser Zeit nach mehr Vielfalt an Verstecken und mehr Abenteuer lechzen. Wer nun zum Geocaching übergeht, hat eine tolle Erfahrungsgrundlage und wird sich als Geocaching-Newbie deutlich besser integrieren können. -Die Spreu ist getrennt vom Weizen!
Fazit:
Munzee ist ein anpruchsarmes Spielvergnügen, das als Pausenfüller viel Spaß machen kann. Vor allem im urbanen Bereich ist ein Munzee schneller und unproblematischer gefunden als mancher Geocache. Ich werde es unterstützen, nicht zuletzt um es als "Geocaching-Schnupperkurs" für Interessierte Smart-Phone-User am Leben zu halten. Ich denke, dass ich beim Legen von Geocaches die Spiele nicht kombinieren werde, auch wenn es dazu verleitet. Ich würde dem oben beschriebenem Effekt schaden.
Munzee hat viel Potential, ich bin auf die weitere Entwicklung gespannt.
